PEOPLE

I was made
for lovin’ you

Words: Miriam Terruzzi

Journal Alt

Die unendliche Geschichte zwischen der Ronde van Vlaanderen, Tom Boonen und Millionen von Fans.

The culture.

D

ie Ronde van Vlaanderen ist nicht nur ein Rennen. Die Geschichte, die mitreißende Action und das leidenschaftliche Publikum sind nur ein kleiner Teil der Faszination, die jedes Jahr Millionen von Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht. In Belgien ist der Radsport der Nationalsport schlechthin und nicht nur das. Er löst Diskussionen am Tisch, Gespräche mit Freunden und sogar Wettervorhersagen im Fernsehen aus. Jeder fragt sich, ob der Kampf auf dem Kopfsteinpflaster nass oder trocken sein wird, ob der letzte Hauch von Winterfrost den Wettbewerb verschärft oder ob der Frühling milder ist als die engen Landstraßen, die die Strecke so selektiv machen.
Während der ganzen Woche, die der Ronde vorausgeht, berichten die Zeitungen seitenlang über die Favoriten, die Strecke und die Unbekannten.

Niemand kann sagen, warum in dieser Ecke des Landes im Frühling eine so magische Atmosphäre herrscht, genauso wie es unmöglich ist, die Intensität des Gefühls zu erklären, das die Menschen mit dem reinen Wettkampf-Gedanken verbindet. Sicherlich ist es die Mischung aus Adrenalin, Bier, Fritten, zermürbenden Streckenabschnitte und triumphalen Fahrten, die eine einzigartige Kulisse für unvergessliche Shows bietet.

The icon.

„Wenn alles beginnt zu schmerzen, du aber weißt, dass du in Form bist und auf solch kniffligem Terrain beschleunigen kannst, ist das ein magisches Gefühl.
Ich wurde geboren, um genau das zu tun.“

Tom Boonen war ein Kind, als er Johan Museeuw 1996 zum ersten Mal beim Flandernrennen sah. Der Anblick dieser Leistung löste einen Funken in ihm aus, der mit Brot und Radsport geboren und aufgewachsen war: In diesem Moment verstand Tom, dass sein Leben von nun an ein kontinuierliches Rennen auf dem Kopfsteinpflaster auf der Jagd nach der Legende sein würde.
In seinen Jahren als Profi ist Tornado Tom zu einer wahren Ikone des modernen Radsports geworden, der sich wie ein wahrer Prädestinierter untrennbar mit den Nordischen Klassikern verbindet.

Neben vier Paris-Roubaix, drei Gent-Wevelgem und fünf E3-Harelbeke gewann er drei Ausgaben der Ronde van Vlaanderen, immer mit unwiderstehlichen und denkwürdigen Attacken aus der Ferne.

Fiandre

„Für mich ist es wie eine zweite Natur. Jeder denkt, dass man auf diesen Streckenabschnitten viel trainieren muss, aber das habe ich nie getan. Nie. Was mir immer gefallen hat, ist, dass man immer kämpfen muss, zuerst um die Position, dann um das Überleben, oder besser gesagt um den Angriff. Das Geheimnis liegt darin, auf dem Kopfsteinpflaster zu schweben; aber das ist nur möglich, wenn man in Form ist und morgens aufwacht und weiß, dass es der richtige Tag sein wird.“

Fiandre
Fiandre
Fiandre

An seinen guten Tagent trug Tommeke nicht einmal Handschuhe. Später zeigte er seine makellosen Hände und demonstrierte damit, wie er praktisch unverletzt über die zermürbenden Steine des Nordens fliegen konnte.
Seine Sprints an den schrecklichsten Stellen und sein verheerendes Renntempo machten ihn zu einer der charismatischsten Figuren der Kopfstein-Klassiker und zu einer ständigen Inspiration für Millionen von Fahrern auf der ganzen Welt. Die Duelle mit seinen Gegnern haben epische Seiten des Sports geschrieben, die aus Kämpfen bis zum letzten Atemzug mit drei Generationen von Fahrern bestehen. Zu Beginn seiner Profikarriere konnte er die großen Meister der Klassiker der frühen 2000er Jahre herausfordern und wurde dann selbst zum Protagonisten des sportlichen Zweikampfs Boonen-Cancellara, während er mit der Ankunft der neuen Talente zu einem echten Bezugspunkt für das Team wurde.

Tom Boonen ist auch der einzige Radfahrer, der die Ronde sowohl auf der klassischen Strecke mit Ankunft in Ninove – wo die Geraardsbergen nur 15 Kilometer von der Ankunft entfernt waren – als auch auf der neuen Strecke, die sich auf dem Rundkurs zwischen Oude Kwaremont, Koppenberg und Paterberg windet – gewonnen hat. Damit hat er gezeigt, dass er ein Held zwischen zwei Welten ist und beide dominieren kann.

„Die Fans drehen durch und das Rennen ist wirklich spannend gestaltet: erst lange Geraden und dann technische Abschnitte auf dem Kopfsteinpflaster, und in beiden Fällen darf man keinen Moment lang die Konzentration verlieren.
Ich liebe es einfach.“