MENSCHEN

Lerne die Gründer kennen

Text & Bilder: Miriam Terruzzi

Meet the founders

Wie hat das Abenteuer von La Passione begonnen und was bedeutet es genau, eine Direct-to-Customer-Marke im Bereich Radsportbekleidung zu sein?

Die Gründer Yurika Marchetti und Giuliano Ragazzi im Gespräch.

Wie kam es zum Namen der Marke?

Y - Eines Abends, nach einer Woche voller intensiver Recherchen, habe ich Giuliano gefragt: „Warum machen wir das eigentlich alles?“ Er antwortete mit den einfachen Worten: “Aus Leidenschaft”. So hat alles angefangen. Das „La“ haben wir als zusätzliche Verstärkung vor dem italienischen Wort für Leidenschaft (Passione) hinzugefügt. Für uns steht der Radsport für die Leidenschaft schlechthin, für etwas, das stärker als alles andere ist und uns an ein Ziel führt, ganz egal, welche Mühen wir dafür auf uns nehmen müssen.

G - Und dann kam es ganz von selbst, dass wir uns einen Werbeslogan auswählten, der all das zusammenfasst. So entstand dann “Worth The Effort” eine Ermutigung, all das zu verfolgen, für das es sich lohnt zu kämpfen. Unsere Marke ist keine Marke, die um jeden Preis die Leistung zelebriert, denn für uns ist der Radsport eine Art Erfahrung und eine Metapher für das Leben. Was zählt ist, die Fahrt zu genießen, eine Pause einzulegen, um mit Freunden vor einem atemberaubenden Panorama ein Brötchen zu essen oder, wie auch im täglichen Leben, immer das Beste zu geben, um seine Ziele zu verfolgen und sagen zu können, dass es sich am Ende einer jeden Fahrt gelohnt hat, ganz egal, wie das Endergebnis aussieht. Das was zählt ist zu wissen, dass man alles gegeben hat.

Das ist unsere Einstellung, die uns jeden Tag aufs Neue antreibt.

Was hat euch dazu gebracht, das Business-Modell "Direct-to-Customer" auszuwählen?

G - Wir wollten etwas Einzigartiges kreieren, doch es reichte nicht aus, ein gut gemachtes Produkt mit tollen Farben und hohen Qualitätsstandards zu haben. Auf dem Markt gab es bereits Produkte von hervorragender Qualität, die jedoch definitiv zu sehr teuren Preisen verkauft wurden. Wir haben uns dann dazu entschieden, ein Produkt von extrem hoher Qualität, das auch hohen ethischen Standards sowie Arbeitsstandards entspricht und in der gesamten Produktionskette Nachhaltigkeit gewährleistet, zugänglicher für Liebhaber zu machen. Aus diesem Grund haben wir erkannt, dass das Modell Direct-to-Consumer genau die richtige Wahl für uns darstellte. Auch heute noch, nach sechs Jahren und unzähligen anderen entstandenen Marken, sind wir die einzig wahre Marke, die digital entstanden ist und Radsportbekleidung anbietet und außerdem mit einem absolut radikalen Ansatz ihre Produkte ausschließlich über die Unternehmenshomepage vertreibt. Unsere Kollektionen sind nämlich an keinem anderen physischen oder digitalen Ort erhältlich. Wir sind sehr stolz, dies behaupten zu können.

Eine DNVB (Digital Native Vertical Brand) besticht außerdem durch die Effizienz ihres Kundenservice. Inwiefern haben die Vorschläge, Kommentare und Meinungen der Kunden Einfluss auf die Kreationen und Änderungen eines Produkts?

Y - Bei einem Business-Modell wie dem unseren ist es extrem wichtig, eine sehr starke Verbindung zu den Kunden zu haben. Hinsichtlich des Produkts und des Marktbereichs, in dem wir uns befinden, war unser Ansatz stets kundenzentriert: Wir achten auf die Hinweise, die in unserem Kundenservice ankommen, und beherzigen diese bei der Entwicklung des Produkts, so wie wir auch kontinuierlich die Gründe für Retouren analysieren und nicht nur die Zufriedenheitstrends. Diese Daten beeinflussen unsere Entscheidungen in hohem Maß, sie helfen uns dabei, ganz nah an den Bedürfnissen der Community zu sein, und begleiten uns bei der Entwicklung neuer Artikel oder Produktkategorien. In unserer DNA gibt es keine Zwischenhändler und die Botschaft des Kunden kommt bei uns in den meisten Fällen ganz ungefiltert an. Dies ist ein ganz wesentlicher Wert für das Erreichen unserer Ziele und entpuppt sich als extrem wichtig, wenn es darum geht, ein Produkt anzubieten, das nicht für einen, sondern “gemeinsam mit einem Kunden” geschaffen wurde.

Meet the founders
Woher kommt die Inspiration für die Kollektionen?

G - Wir recherchieren sehr viel, beschäftigen uns mit Zukunftstrends und verfolgen einen sehr genauen stilistischen Ansatz. Als wir angefangen haben, haben wir uns gefragt, warum Radsportbekleidung nicht auch elegant sein kann, wie die Bekleidung in anderen Sportarten, zum Beispiel beim Golf, Skifahren oder Tennis. Wir wollten das stilistische Konzept revolutionieren und ein wenig Fashion in die Welt des Radsports bringen.

Y - Das Angebot von La Passione umfasst elegante und minimalistische Produkte, die auf den Geschmack einer Generation Radfahrer abzielt, der neben dem puren Sport auch der Look wichtig ist. In vielerlei Hinsicht waren wir Wegbereiter, so waren wir beispielsweise die Ersten, die dunkelblaue Bib Shorts auf den Markt brachten – eine Farbe, die unsere Marke am besten repräsentiert. Eine Farbe, die auch heute noch viele Nachahmer findet und auch bei den Kunden sehr beliebt ist.

Nach der Öffnung der Online-Stores für die USA, das Vereinigte Königreich, Australien, Deutschland und Frankreich habt ihr erst kürzlich die Online-Stores für Italien und Spanien eröffnet. Welche Herausforderungen bringen die neuen Märkte mit sich?

G - Das Business-Modell von La Passione hat es uns bereits ermöglicht, innerhalb kürzester Zeit unsere Produkte in 41 Ländern zu vertreiben, wobei wir starke Beziehungen zu Nutzern aufbauen konnten, die aus allen Herren Ländern und jedem Kontinent stammen. Die Eröffnung dieser Stores ist Teil dieses Prozesses, der geprägt ist von exponentiellem Wachstum und in Zukunft ein noch flächendeckenderes Erreichen neuer Märkte prognostiziert, zunehmend an der Seite der Kunden. Im letzten Jahr haben wir die Seiten für Nordamerika und das Vereinigte Königreich online geschaltet. Im Jahr 2021 folgten dann die Seiten für Australien, Deutschland und Frankreich. Die ersten Daten dieser lokalisierten Eröffnungen haben die Zufriedenheit der Kunden bestätigt.

Y - Unser Ziel besteht definitiv darin, ein hochwertiges Produkt für viele zu entwickeln und wir möchten, dass auch die Mittel, über die man auf dieses Produkt zugreifen kann, die bestmöglichen sind. Obwohl heute der Großteil der Menschen Englisch versteht, ist es jedoch auch eine Tatsache, dass man in seiner eigenen Sprache detailliertere Nuancen wahrnimmt und Entscheidungen auf sicherere Art und Weise trifft.

Meet the founders
Was hält die Zukunft für La Passione bereit?

Y - Hinsichtlich der Produkte möchten wir das stilistische Konzept in Verbindung mit der Performance vorantreiben, das für uns auch in anderen Bereichen angewendet werden kann, die über das klassische Fahrrad für die Straße hinausgehen. In den nächsten Tagen werden wir die Kollektion Spinning auf den Markt bringen. Dabei richten wir uns an ein ausschließlich weibliches Publikum, das dank des Trends rund um die Themen Virtual Class und Live-Streaming das Home-Training wieder für sich entdeckt hat. Außerdem werden wir uns in den nächsten Monaten mit dem Szenarium Urban Cycling befassen, ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt, da wir leidenschaftliche Unterstützer der nachhaltigen Mobilität sind. Unser Ziel ist es, das fortzuführen, in dem wir gut sind – sprich, Radfahrer stilvoll einzukleiden – und uns dabei auch auf andere Bereiche zu konzentrieren. Wir beschäftigen und also derzeit mit Projekten, die sich an neue Endverbraucher richten, Menschen, die das Fahrrad bis jetzt noch nicht oft genutzt, es jedoch aus den verschiedensten Gründen wieder für sich entdeckt haben – aufgrund der Pandemie, der Umweltverschmutzung – und machen das Fahrrad somit zu einem Fortbewegungsmittel, das nicht nur sportliche Betätigung ermöglicht, sondern auch im tagtäglichen Leben praktisch und nützlich ist. Des Weiteren sind wir sehr froh darüber, kontinuierlich Anerkennung nicht nur seitens des Markts zu erhalten, sondern auch von unseren Investor-Teilhabern, die aus wichtigen internationalen Investitionsfonds und Business Angels bestehen und von Anfang an an uns geglaubt haben und auch heute noch “leidenschaftlich”, gerne ihre Ressourcen bereitstellen, um den Erfolg der Marke voranzutreiben.

G - Wenn man bedenkt, dass wir innerhalb weniger Jahre unser Team aus damals 2 Personen auf über 30 Personen vergrößern konnten, können wir definitiv sagen, dass wir auch weiterhin hart arbeiten werden, um in Zukunft noch stärker zu werden. Unser Kerngeschäft ist und bleibt natürlich das Fahrrad für die Straße. Derzeit stehen wir auf Platz 3 der Marken für Radsportbekleidung, die im Vereinigten Königreich am häufigsten online besucht werden, und haben unsere Marktposition hinsichtlich der Absatzzahlen enorm verbessert, wodurch wir eine relevante Marke auf der weltweiten Landschaft für Radsportbekleidung geworden sind. Selbstverständlich müssen wir unseren Wiedererkennungswert noch steigern, um uns auch auf Gebiete begeben zu können, die wir bis dato noch nicht erkundet haben und in denen Online- und Offline-Marketing eine Rolle spielen. In dieser Hinsicht freuen wir uns verkünden zu können, dass wir bereits dieses Jahr zwei ikonische Kollaborationen eingegangen sind, eine mit Tom Boonen, unserem Marken-Botschafter - mit dem wir außerdem eine neue Capsule entwickeln – und eine mit Flanders Classics, insbesondere hinsichtlich der Flandern-Rundfahrt Parallel zu diesen Zielen arbeiten wir außerdem an einem wichtigen Projekt, bei dem wir zum ersten Mal als technischer Partner eines wichtigen Profi-Teams der World Tour auftreten, doch mehr dazu dürfen wir momentan leider noch nicht verraten.